La tortura
… soy una muerta que pudo sobevivir
pero no contó nada
nuevo
que perdió en unos instantes los olores, las lilas, el amarillo,
porque durmió junto a otros cuerpos defecando, muriéndose
de pena y no de miedo,
soy esa que estuvo vendada por un segundo, por un mes
y para siempre
atravesada por la
ceremonia eterna de la
tortura.
Folter
… ich bin eine Tote, die überleben hätte können,
aber sie erzählte nichts
Neues,
in wenigen Minuten verlor sie die Gerüche, den Flieder, das Gelb,
weil sie schlief neben anderen Körpern, die sich einkoteten,
die starben vor Schmerz, nicht aus Angst,
ich bin diese, der man die Augen verband für Sekunden, ein Monat
und für immer,
durchbohrt von der
ewigen Zeremonie der
Folter.
Marjorie AgosÃn S. 264-265, in: Erna Pfeifer (Hrsg.)(1993): Torturada - von Schlächtern und Geschlechtern; Wiener Frauenverlag, Wien.
…Für fast alle Bereiche der Welt berichtet Amnesty International auch 2009 wieder von Vergehen wie Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen oder herabsetztender Behandlung und Bestrafung (vgl. Amnesty International, 2009). Auch die Berichterstattung über die US-Gefängnisse in Guatanamo, Kandahar und anderen Teilen der Welt, sowie die Vorwürfe an die Verbündeten der USA, wie England, Frankreich, Italien und auch Deutschland, mindestens duldende Mitwisser zu sein (vgl. Grey, S.305), haben erneut deutlich gemacht, dass unsere Gesellschaft noch lange nicht über Mittel wie Folter erhaben ist…
Im Vorfeld meiner Bachelorarbeit habe ich mich, sehr knapp, mit Folteropfern und der Bewältigung von Folter auseinandergesetzt. Die Kürze und die Tatsache, dass ich im Angesicht der in zwei Wochen abzugebenden Abschlussarbeit nicht zuviel Energie in einen unbenoteten Leistungsnachweis stecken konnte, steigert das Problem, dass man solchen Grausamkeiten wissenschaftlich kaum gerecht werden kann, nur noch weiter. Aber ich glaube gut recherchiert zu haben und eine schier unerträgliche Menge von Erlebnisberichten vor Augen gehabt zu haben- vielleicht findet der oder die ein oder andere ja doch einen interessanten Gedanken.
Hausarbeit zu Folteropfern (244)