from Calypso's garden

Archive for the ‘Psychologie’ Category.

www.bolognaumfrage.de - 12767 Studierende befragt

unzufrieden_bologna031,5 Jahre Arbeit stecken in dem Projekt, dessen erste Auswertungen wir jetzt endlich vorstellen können.

In einer breiten Onlinebefragung haben wir Daten zur Umsetzung des Bologna-Prozesses und zu Lebensbereichen der Studierenden gesammelt. Und finden nun verwendbare quantitative Aussagen über viele Dinge, die schon lange spürbar sind.

Bachelor-Studierende stehen unter höherem Zeitdruck als andere Studierende, die Studierenden in den neuen Studiengängen sind unzufriedener mit ihrem Studium, sie sind seltener engagiert…

Interesse an den Ergebnissen? Dann könnt ihr einen Blick auf den kurzen Überblick, oder auch auf die ausführlichen Ergebnisse werfen.

Wer lieber durch Webseiten browst denn durch .pdf zu blättern kann sich natürlich auch einfach auf www.bolognaumfrage.de umschauen.

Von der ewigen Zeremonie der Folter

La torturaimage1_2column

… soy una muerta que pudo sobevivir

pero no contó nada

nuevo

que perdió en unos instantes los olores, las lilas, el amarillo,

porque durmió junto a otros cuerpos defecando, muriéndose

de pena y no de miedo,

soy esa que estuvo vendada por un segundo, por un mes

y para siempre

atravesada por la

ceremonia eterna de la

tortura.


Folter

… ich bin eine Tote, die überleben hätte können,

aber sie erzählte nichts

Neues,

in wenigen Minuten verlor sie die Gerüche, den Flieder, das Gelb,

weil sie schlief neben anderen Körpern, die sich einkoteten,

die starben vor Schmerz, nicht aus Angst,

ich bin diese, der man die Augen verband für Sekunden, ein Monat

und für immer,

durchbohrt von der

ewigen Zeremonie der

Folter.


Marjorie Agosín S. 264-265, in: Erna Pfeifer (Hrsg.)(1993): Torturada - von Schlächtern und Geschlechtern; Wiener Frauenverlag, Wien.


…Für fast alle Bereiche der Welt berichtet Amnesty International auch 2009 wieder von Vergehen wie Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen oder herabsetztender Behandlung und Bestrafung (vgl. Amnesty International, 2009). Auch die Berichterstattung über die US-Gefängnisse in Guatanamo, Kandahar und anderen Teilen der Welt, sowie die Vorwürfe an die Verbündeten der USA, wie England, Frankreich, Italien und auch Deutschland, mindestens duldende Mitwisser zu sein (vgl. Grey, S.305), haben erneut deutlich gemacht, dass unsere Gesellschaft noch lange nicht über Mittel wie Folter erhaben ist…

Im Vorfeld meiner Bachelorarbeit habe ich mich, sehr knapp, mit Folteropfern und der Bewältigung von Folter auseinandergesetzt. Die Kürze und die Tatsache, dass ich im Angesicht der in zwei Wochen abzugebenden Abschlussarbeit nicht zuviel Energie in einen unbenoteten Leistungsnachweis stecken konnte, steigert das Problem, dass man solchen Grausamkeiten wissenschaftlich kaum gerecht werden kann, nur noch weiter. Aber ich glaube gut recherchiert zu haben und eine schier unerträgliche Menge von Erlebnisberichten vor Augen gehabt zu haben- vielleicht findet der oder die ein oder andere ja doch einen interessanten Gedanken.

Hausarbeit zu Folteropfern (244)

Boring vs. Google: Langeweile in der genormten Gesellschaft

Die Klage der Familie Boring gegen Google “Street View” wurde abgewiesen. Beim Überfliegen der Begründung des Urteils ist mir folgender Absatz besonders aufgestossen:

„Liability attaches only when the intrusion is substantial and would be highly offensive to „the ordinary reasonable person.““ …“must allege facts sufficient to establish that the instrusion could be expected to cause „mental suffering shame, or humilation to a person of ordinary sensibilities.“

…“it is hard to believe that any - other than the most exquisitely sensitive - would suffer shame or humilation.“

Mal wieder ein Fall für eine Gerichtspsychologin statt für eine Juristin! Nicht nur, dass ganz offensichtlich Aussagen über Emotionen wie “Scham und Erniedrigung” gemacht werden…

Hier wird von einer “Norm” von “reasonable” :vernünftig und “sensibility”:Empfindlichkeit ausgegangen. Da wäre doch einmal sehr interessant zu erfahren, wie hier die Vernunft und die Empfindlichkeit definiert würden.Noch viel interessanter dann das “ordinary” - zwischen Leichtsinn und vielleicht Lebensfremdheit; Abgestumpftheit und Paranoia?

googlestreetviewEs stellt sich die Frage, ob eine Nation, die panisch auf Ideen der “Normierung durch den Staat” wie sie z.B. Huxley in “Brave new world” reagiert, ihre Gesetze so formulieren sollte?

Und ich bin mir nicht so sicher, ob das Gericht richtig geht, in der Annahme, dass die Emotionen in der Bevölkerung so flach sind, was dieses Thema angeht. Meine Mitbewohner in den USA waren wenig begeistert über die Tatsache, dass man in Google Street View fast sogar die “bumper sticker” des vor dem Haus geparkten Autos erkennen kann…


Außerdem wage ich auf Grund von Reaktionen von Freunden aus Deutschland auf den ersten Kontakt mit “Street View”, dass wir in Deutschland einen durchaus andere Norm erhalten würden, als in den USA… Wobei dort die Differenzen zwischen Stadtteilen, Städten und ich wage sogar zwischen den Staaten  bestimmt auch signifikant wären. Stellt sich also die Frage… welcher Norm würde für ein solches Urteil herangezogen…


Ihr kennt “Google Street View” noch nicht? Einfach mal unter Googlemaps z.B. in Chicago IL den “Sears Tower” suchen… und dann auf das kleine gelbe Männchen klicken… schon kann man virtuell durch Chicago schlendern…

Flexibilität und vererbtes “Wissen” statt (Sozial)darwinismus!

darwin_apeIn einem spontenen Gedankenschlag entwickelten einige Teilnehmer in einem meiner Seminare in erschreckender Ernsthaftigkeit den Sozialdarwinismus neu. Ich möchte hier nicht die bekannten Gegenargumente wiederholen. Alleine die Lektüre von Darwins eigenen Werken, die hier fast vollständig verfügbar sind, sollten einige liefern. Wem das zuviel ist, der findet auch einen ganz guten kurzen Abriss unter Wikipedia.

Worauf ich hier eingehen möchte sind relativ neue Ergebnisse aus der Epigenetik. Sie legen nahe, dass besonders Frauen ein Interesse an, klingt sehr groß das Wort, Frieden, haben sollten. Und ich meine nicht nur innerhalb unserer “Sippe” nein, ich meine ein Interesse an Frieden, der ein allgemeines angenehmes Zusammenleben ermöglicht.

Das haben wir ja schon immer gewußt? Nun, hier sind biologische Argumente dafür.

Diese relativ neuen Erkenntnisse legen nahe, dass unsere Umwelt und unsere Erfahrungen beeinflussen, welcher Teil unserer Gene abgelesen wird. So können z.B. die Erfahrungen mit Stress steueren, welche Reaktion wir darauf äußern.

Zudem können diese gelernten Reaktionen an die nächste Generation vererbt werden!

Wie funktioniert das und welche Belege gibt es?

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Wer backt mir ‘nen Kuchen? Ich prophezeie “Storming”

Forming: Kennenlernen, Möglichkeiten und Ziele abwägen

Storming: Wer ist das Alphatier? “A stage of psychodramatic acting-out and localization of conflicts in the group” (Schindler 1958 )

Norming: Anpassung und Gefahr des Gruppendenkens

Performing: Die Gruppe kann sich auf die Problemlösung konzentrieren…

…so sollte eine Zusammenarbeit in einer Gruppe laufen. Sagt die Theorie. Oder besser eine Theorie. Die Theorie, die Bruce W. Tuckmann in seinem Artikel “Developmental Sequence in Small Groups” aufstellt.

Ob die Gruppe aus dem Storming und damit aus dem “psychodramatic acting-out” raus kommt, hängt unter anderm an der Reife der Gruppenmitglieder… Leider sagt mir meine Erfahrung in studentischen Gremien: Es würde schon fast an ein Wunder grenzen, wenn wir es heute tatsächlich schaffen, beim Performing anzukommen…

Wenn also irgendjemand Zeit hätte mir ‘nen Kuchen für heute zu backen… chomskypiemehr von Chomsky und Predicate hier… (Thx Thomas!)



Dieser Post wurde ursprünglich für 6626js.wordpress.com erstellt.

Henry Gustav Molaison - Auszug aus dem Adventskalender

Dieser Post wurde ursprünglich für meine ersten Blog-Erfahrungen erstellt.

Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen, daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken. Sprüche 31,6-7

dezember15

Nun… der Bogen, der sich in meinem Kopf dazu schlägt, ist leider nicht zu geschmackvoll- aber: es gibt effektivere Methoden um zu vergessen…. Continue reading ‘Henry Gustav Molaison - Auszug aus dem Adventskalender’ »

Auge um Auge? Auszug aus dem Adventskalender

dezemberiv17 Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.Matthäus 5,38-39

Ein einfaches “Wie du mir so ich dir” scheint uns ja schon auf den ersten Blick als nicht vertretbar. Was im “Privatleben” schon nicht einfach ist, wie geht denn die Gesellschaft mit einem Streich auf die Backe um?

Strafe: Wie legitimiert sich der Zwang, den unser Staat ausübt?

Darüber haben wir uns als angehende Pädagogische Psychologinnen im Anschluss an die von Mr.Koch im Rahmen des letzten Wahlkampfes angestoßene Debatte um härtere Strafen Gedanken gemacht.

Ist es nur unsere Verantwortung als Bürger dieses Staates, uns an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen? Schlicht und einfach Empörung über die Dreistigkeit eines Politikers wichtige pädagogische Fragen im Wahlkampf zu instrumentalisieren? Warum mischen wir, als (angehende) pädagogische Psychologen, Pädagogen und Philosophen uns in die Diskussion über härtere Strafen ein?

Wir werden argumentieren, dass das die falsche Fragestellung ist. Es müsste heißen: Warum wird nicht jedesmal, wenn eine Jugendstrafe verhängt wird, eine pädagogische Psychologin zu Rate gezogen? Wie rechtfertigt der Staat „pädagogische” Maßnahmen, ohne fachliche Kompetenz zur Rate zu ziehen?
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If I were you- Wenn ich du wäre

Gestern haben Süddeutsche und Spektrumdirekt unter dem Titel “Wahrnehmung - Ich bin Du” interessante Berichte von einem interessanten Experiment zur Selbstwahrnehmung gebracht. Den Orginalartikel zum kostenlosen download: Petkova, Valeria I. und Ehrsson, Henrik H.: If I Were You: Perceptual Illusion of Body Swapping



Dieser Post wurde ursprünglich für 6626js.wordpress.com erstellt.

Du bist was du isst! Ein Quasiexperiment oder “the Twinkie defense”

Ein „Swing State“ oder auch „Battleground State“ in der Mitte der USA. Ein bisschen mehr als fünf Wochen bis zur Präsidentschaftswahl. Es regnet, also sitze ich an meinem Notebook. Neben mir dampft ein Teller gebratenes Gemüse und eine große Schale grüner Tee. Die erste „presidential debate“ hat vorgestern stattgefunden. Zum Thema, (natürlich Finanzkrise, alle hier reden nur noch davon) nein eigentlich zum Thema Außenpolitik.
Ich fand mich also mit meinen wundervollen Mitbewohnern und einer riesigen Schüssel salzigen Popcorn (kitschig nicht wahr, in den USA, vor dem Fernseher, mit einer Schüssel Popcorn…) auf unserer Couch im Wohnzimmer wieder.

Und auch wenn mein eigentliches Fazit dieser Debatte ganz klar ist „If you vote for the lesser evil, keep in mind you still vote for the evil…“ ist mir an diesem Abend noch einmal deutlichst vor Augen geführt worden, warum mir völlig schleierhaft ist, wie man ernsthaft für John McCain stimmen könnte. Ich bin damit nicht alleine. Allen Personen, mit denen ich mich bisher unterhalten habe, scheint es genauso zu gehen. Sicher, ich bewege mich hauptsächlich im Umfeld der Universität, doch bin ich neugierig und nicht unbedingt schüchtern- trotzdem bisher kein Erfolg McCain Anhänger kennen zu lernen. “Conservatives“ ja, aber dann alle Unterstützer von Ron Paul. Und allen diesen Menschen scheint es so zu gehen, wie John Haidt es bei TED formuliert: „When the liberal team looses, as it did in 2004 … we try to explain, why half of America voted for the other team.We think, they must be blinded by religion, or by simple stupidity“
Hey- das haben wir doch schon die ganze Zeit gewußt, oder? Das Amerikaner entweder alle fatalistische christliche Fundamentalisten sind- oder einfach dumm (wobei diese zusätzliche Unterscheidung nicht unbedingt einleuchtet).

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