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Geburtsvorbereitung - Schwangerschaftswoche 38

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Uns geht es gut - nicht zuletzt dank der tollen Betreuung durch die Hebammen im Marburger Geburtshaus. Doch kann diese vielleicht nicht so erhalten werden. Wie einige vielleicht mitbekommen haben, waren in einigen Städten am 5. Mai zum “Internationalen Tag der Hebamme” diese auf der Straße. Warum?

Die Beiträge für die Haftpflicht der Hebammen sollen so stark angehoben werden, dass dies für viele freie Hebammen das Aus bedeuten würde. Bis zum 26.Mai läuft eine E-Petition, welche die Sicherung der Hebammenhilfe fordert . Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Trotzdem möchte ich hier auch noch ein paar Argumente anführen, warum zum Beispiel wir uns für die Betreuung und Geburt im Geburtshaus entschieden haben.

Alles aus einer Hand - Das gleiche Hebammenteam, dass unseren Geburtsvorbereitungskurs geleitet hat, wird auch während der Geburt für uns da sein und auch für den Rückbildungskurs müssen wir uns nicht nach weiteren AnbieterInnen umschauen. Auch ist in Marburg falls gewünscht auch Akkupunktur gegen Schwangerschaftsbeschwerden (wird von der Krankenkasse übernommen) möglich. Und es gibt jede Menge zusätzliche Angebote… Wir werden nächste Woche noch einen Baby-Erste-Hilfe-Kurs besuchen und die Möglichkeit zur “Trageberatung” im Wickeltuch nutzen… Aber auch wer Spaß an Schwangerem-Yoga, Schwangerem-Schwimmen, Stillberatungstreffen, Säuglingspflegekurs und vielem mehr hat, muss sich nicht jedes mal wieder neu umschauen…

Persönliche Beziehung - Dies und auch die Tatsache, dass jeder zweite Vorsorgetermin im Geburtshaus durchgeführt wird, führt dazu, dass wir in der Zwischenzeit beide schon alle Hebammen kennen, welche uns eventuell bei der Geburt begleiten werden. Bei allen Fragen rund um die Schwangerschaft - vom Umgang mit den physischen aber auch den psychischen Belastungen - das Team der Hebammen ist immer ansprechbar.

Vertrauen - Zunächst war ich, als Tochter einer überzeugten Schulmedizinerin, eher skeptisch… Doch die offene Beziehung zu den Hebammen macht sogar kritische Fragen einfach. Zusätzlich haben viele der Hebammen lange Erfahrung (oder arbeiten parallel) in der Arbeit im Krankenhaus und stehen offen zu Vor- und Nachteilen.

Selbständigkeit - Wohl für mich eines der wichtigsten Argumente. In Krankenhäusern habe ich schon viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass Entscheidungen über Maßnahmen einfach über meinen Kopf hinweg getroffen wurden. Krankenhäuser sind Zeitrahmen unterworfen, sodass ab einem gewissen Zeitpunkt die Geburt selbstverständlich beschleunigt wird, Medikamente “automatisch” verabreicht werden. Dazu kommt, dass ich in Krankenhäuser zu oft die Erfahrung gemacht habe, mit meinem eigenen “Körpergefühl” nicht ernst genug genommen zu worden sein. Ich möchte für mein Kind und mich, meinen Körper, selbst entscheiden.

Sicherheit - Diese wird der Geburtsthaus-Geburt von zweifelnden Verwandten als erste abgesprochen. “Wollt ihr nicht lieber in den Händen von Ärzten sein?” Das ist eine Illusion. Natürlich besteht die Chance, dass es schneller möglich ist in einem Krankenhaus, wenn es denn genügend Ärzte beschäftigt, Hilfe zu bekommen. Jedoch sind, für die normale Geburt, oft zu wenig Hebammen vor Ort, sodass es passieren kann, dass Frau für einen Großteil der Geburt mit z.B. einer unerfahrenen Hebammenschülerin alleine gelassen ist. Im Geburtshaus sind zwei erfahrene Hebammen nur für uns da. Und: falls es zu irgendwelchen “Komplikationen” kommen sollte, wird lieber zu früh als zu spät verlegt, oder ggf. ärztliche Hilfe dazu gerufen.

Eine natürliche Geburt - Die Geburt ist ein Vorgang, auf den wir vorbereitet sind. Sowohl “wir” Eltern, besonders “wir” Mütter, als auch “wir” Kinder. Ohne Komplikationen gibt es keinen Bedarf für Medikamente oder gar einen “operativen Eingriff”. Die medizinischen Möglichkeiten führen aber leider oft zu Absurditäten, wie dass in Krankenhäusern schmerzlindernde Mittel verabreicht werden, welche die Wehen mindern und daraufhin dann eben wehenfördernde Mittel gegeben werden… Ich bin mir bewußt, dass unvorstellbare Schmerzen auf mich zukommen - aber auch, dass das irgendwann vorbei geht und wir dann endlich unser Kind in den Armen halten dürfen, hoffentlich ohne dass ich mit verschiedenen Mitteln vollgepumpt bin! (Sonst kann ich den Hormoncocktail ja garnicht genießen ;))

Generell würde ich aber, jetzt noch vor der Geburt vielleicht etwas naseweis, vor allem eins Vorschlagen: Sucht euch die Geburtsumgebung aus, die für euch die beste ist. Ich fühle mich im Geburtshaus einfach wohl - und glaube fest, dass das die beste Voraussetzung ist!

Vielleicht noch ein kleines Update zu unserem Schwangerschaftsverlauf: Uns geht es super, auch wenn ich ziemlich ungeduldig bin. Seit ca. zehn Tagen ist der Kleine kein Frühchen mehr, seit dem habe ich kaum noch Wehen und eigentlich auch keine anderen Beschwerden mehr.

Eine ziemlich unerwartete Entwicklung, da ich nach einem erneuten Magen-Darm-Infekt in der 34. Woche schon regelmäßige Wehen hatte, die nicht nur auf Gebärmutterhals und Muttermund gewirkt haben, sondern den Kleinen auch schon tief in mein Becken gesenkt hatten…

Nun, jetzt darf er kommen und will nicht mehr so richtig… also: abwarten. Noch maximal 32 Tage ;)

Auch wenn die “Normmaße” gegen Ende der Schwangerschaft immer ungenauer werden: BPD (Biparietaler Schädel Durchmesser - von einer Schädelseite zur anderen) läge bei 9,5 cm, ATD (Abdominal Transversal Durchmesser - Durchmesser des Bauches unterhalb des Herzens) bei 9,5 cm und die Femurlänge FL (Länge des Oberschenkelknochens) 7,3 cm. Das macht ca. eine Körpergröße von 49 cm und ein Gewicht von 3150 gr (Meine “Normenvorgabe” spricht von +-2cm und +-200gr).

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