from Calypso's garden

Ein erstes Bild… Schwangerschaftswoche 7

pimpf7pub
Die Zuverlässigkeit der Schwangerschaftstests soll zwar ziemlich hoch sein, doch der Besuch bei der Frauenärztin stand trotzdem an. So haben wir gestern die Nachricht erhalten, dass da definitiv jemensch eingezogen ist…

Jemensch mit einer Länge, vom Scheitel zum Steiß, von 3,2mm. 3,2mm! So winzig! Trotzdem konnten wir schon einen kräftigen Herzschlag sehen, in der dunkel angelegten Fruchtblase. Der Mutterpass wurde mir noch nicht ausgehändigt, insgesamt war die Ärztin noch sehr zurückhaltend, wieß mich darauf hin, dass ich nicht Rauchen dürfe, keine Drogen, keinen Alkohol…

Unsere Verwunderung über die Bestätigung war nicht zu groß. Mein Kreislauf spielt ja schon seit quasi dem ersten Tag der “Einnistung” verrückt - und mir ist übel. Nicht nur Morgens. Ständig. Übergeben muss ich mich auch - wenn auch nicht nur morgens… :(

Schwarz, oder besser: Lila auf Weiß - Schwangerschaftswoche 4

Vor 17 Tagen ist uns ein Kondom gerissen. Ich halte sehr wenig von der Pille, warum kann ich gerne ein anderes Mal ausführen, deswegen verhüte ich, sofern mit zuverlässigem Partner, nun schon seit einigen Jahren, bisher erfolgreich, indem ich meinen Zyklus per Hormonmessung kenne. An fruchtbaren Tagen bedeutet das dann entweder keinen Sex, oder zusätzliche Verhütungsmethoden…
sendanna

Vor 17 Tagen war Enthaltsamkeit keine Option ;) … Und obwohl meine Hormone “Eisprung” schrien - und wir gerade in einer Situation stecken, die ein Kind fast unmöglich zu machen scheint… nun ich war kurz davor meine Abschlussarbeit abzugeben und in meinem Kopf war “Schwangerschaft” so weit weg… vorher war ja auch noch nie was passiert…
Nun. Die Bachelorarbeit ist schon einige Tage abgegeben, mein Kopf ist seit einigen Tagen wieder für andere Sachen frei. Auch wenn noch zu früh, so habe ich schon vor ein paar Tagen mal einen ersten Test gemacht - der natürlich nichts eindeutiges ergab, einen kleinen Schatten nur… Gestern dann sind mir plötzlich aus dem Nichts die Beine weg gebrochen, mein Kreislauf hatte einfach keine Lust mehr…
Da war klar, dass wir noch einmal in einen Test investieren würden, obwohl ich eigentlich erst morgen “fällig” wäre. Hmmm. Das Ergebnis ist diesesmal wie ihr sehen könnt - eindeutig.

Ich weiß noch nicht so genau was ich dazu sagen soll… Mit dem werdenden Vater bin ich erst ein paar Monate trotzdem ist er sehr liebevoll, aber fast genauso ungläubig. Da wir gerade bei meiner Familie zu Besuch sind, haben wir es einfach gleich erzählt. Alle sind baff und, nun zumindest nicht wütend.

Von der ewigen Zeremonie der Folter

La torturaimage1_2column

… soy una muerta que pudo sobevivir

pero no contó nada

nuevo

que perdió en unos instantes los olores, las lilas, el amarillo,

porque durmió junto a otros cuerpos defecando, muriéndose

de pena y no de miedo,

soy esa que estuvo vendada por un segundo, por un mes

y para siempre

atravesada por la

ceremonia eterna de la

tortura.


Folter

… ich bin eine Tote, die überleben hätte können,

aber sie erzählte nichts

Neues,

in wenigen Minuten verlor sie die Gerüche, den Flieder, das Gelb,

weil sie schlief neben anderen Körpern, die sich einkoteten,

die starben vor Schmerz, nicht aus Angst,

ich bin diese, der man die Augen verband für Sekunden, ein Monat

und für immer,

durchbohrt von der

ewigen Zeremonie der

Folter.


Marjorie Agosín S. 264-265, in: Erna Pfeifer (Hrsg.)(1993): Torturada - von Schlächtern und Geschlechtern; Wiener Frauenverlag, Wien.


…Für fast alle Bereiche der Welt berichtet Amnesty International auch 2009 wieder von Vergehen wie Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen oder herabsetztender Behandlung und Bestrafung (vgl. Amnesty International, 2009). Auch die Berichterstattung über die US-Gefängnisse in Guatanamo, Kandahar und anderen Teilen der Welt, sowie die Vorwürfe an die Verbündeten der USA, wie England, Frankreich, Italien und auch Deutschland, mindestens duldende Mitwisser zu sein (vgl. Grey, S.305), haben erneut deutlich gemacht, dass unsere Gesellschaft noch lange nicht über Mittel wie Folter erhaben ist…

Im Vorfeld meiner Bachelorarbeit habe ich mich, sehr knapp, mit Folteropfern und der Bewältigung von Folter auseinandergesetzt. Die Kürze und die Tatsache, dass ich im Angesicht der in zwei Wochen abzugebenden Abschlussarbeit nicht zuviel Energie in einen unbenoteten Leistungsnachweis stecken konnte, steigert das Problem, dass man solchen Grausamkeiten wissenschaftlich kaum gerecht werden kann, nur noch weiter. Aber ich glaube gut recherchiert zu haben und eine schier unerträgliche Menge von Erlebnisberichten vor Augen gehabt zu haben- vielleicht findet der oder die ein oder andere ja doch einen interessanten Gedanken.

Hausarbeit zu Folteropfern (244)

Der Verband, der Verband, der Verband…!

Irgendwie klappt das mit der Twitter anzeige nicht… :(

aber hier wenigstens der Link:

Twitter von der fzsmv

Beste Grüße an den fehlenden Twin!

“Was die “Tonne” von damals, …

… ist der Rucksack von heute.” … lautet ein Teil der Widmung “Das Leben des Diogenes von Sinope erzählt von Dogenes Laertios”, dass ich zur Aufgabe meiner Wohnung und der damit verbundenen Trennung von einem Großteil meines “Besitzes”, geschenkt bekommen habe.

Nun, leider muss ich zugeben, dass sich hier nun doch noch so manches angesammelt hat, von dem ich mich nicht trennen konnte, vor allem unmengen an Büchern.

Der Plan war eigentlich, inspiriert von Fromms “Haben oder Sein” und vielen Gesprächen mit interessanten Menschen über spannende Lebensentwürfe:

Alles weg, was nicht mit in meinen einen Rucksack passt. Wie gesagt ich war - fast - erfolgreich…

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Fischige Angelegenheit

So. Nachdem ich mich jetzt schon fast fünf Monate bemühe, nicht nur vegetarisch, insgesammt einfach bewußt zu essen, sogar über vegane Ernhährung nachgedacht hatte, kam in Diskussionen um das  Abendessen mit meinem Freund - der ansonsten auch vegetarisch ißt - das Thema “Fisch”  auf.

Ich habe für mich noch nicht abschließend darüber nachgedacht, ob ich Fisch denn esse, beziehungsweise unter welchen Bedingungen…

Aber auf was wir uns in der Diskussion einigen konnten, war wenigstens, dass ein Mindestmaß an verantwortungsvollem Umgang mit der Natur natürlich auch für Fisch gegeben sein sollte…

Als Übersicht über den Gefährdungsstatus etc verschiedener Fischarten finde ich die Tabelle von GEO echt ziemlich gut: “Welchen Fisch darf man noch essen?”

60 Jahre Krieg. Granaten und Prügel für WEHR.lose

Ihr könnt Kriege und das System der Selbstsucht und Ausbeutung, das Kriege verursacht, beenden. Alles was ihr tun müßt, um diese gewaltige Revolution zu vollbringen, ist, euch aufzurichten und die Arme zu verschränken… Helen Keller

Um die 5000 Menschen hatten sich alleine im Strasbourger Camp eingefunden - um klar zu zeigen:

60 Jahre Krieg mit der Nato sind kein Grund zu feiern!

Und während am Samstag, den 04.04. Merkel und Co. sicherlich noch sanft in ihren Hotelbettchen schlummerten, brachen vom Camp die ersten auf. Brachen auf, um sich im Sinne der Bewegungsfreiheit dorthin zu bewegen, wo sie die “Arme zu verschränken” gedachten.

Offensive Übergriffe auf ein Gruppe Clowns am Freitag und Verfolgungen bis auf das Gelände des Camps hatten schon früh klar gemacht: Direkte Wege in die Stadt würde es kaum geben. Die Hubschrauber kreisten mit Suchscheinwerfern über dem Gelände. Unter dem Psychoterror des Rotorenlärms, im Dunkeln, war selbst der einfache Weg ohne direkte Kontakte eine Herausforderung.

Die Sonne ging langsam auf …

morgennebel

Mit sehr verdroßner Gebärde.
Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft -
Beleuchten die dumme Erde!
Hat sie die eine Seite erhellt,
Und bringt sie mit strahlender Eile
Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon
Sich jene mittlerweile. Heinrich Heine

Spätestens nach dem ersten melancholischen Seufzen war klar: der “andächtige Morgennebel“, durch den die ersten Sonnenstrahlen am Flußbett brechen wollten, verdunkelte uns gleichzeitig als dunkles Omen den Tag.

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Der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muss jederzeit frei sein…

Robin äußerte, nun schon fast vor einem Monat, die Befürchtung, dass ich der Selbstzensur erliegen könnte…

und tatsächlich habe ich bis heute jetzt schon über einen Monat nichts mehr veröffentlicht- weil ich mir nicht sicher war, wie ich mit all den Bedenken und der ungewohnten Besucherfrequenz umgehen sollte… Der Ratschlag, einfach nichts mehr mit privatem Anklang zu schreiben. Auf der anderen Seite der, nicht mehr über Bildungspolitik zu berichten. Alle von besorgten und liebenden Menschen, die gute Argumente vorbrachten.

Gründlich nachgedacht habe ich, auch darüber, wie ich meinen Blog verstehe.

“Der Offizier sagt: räsoniert nicht, sondern exercirt! Der Finanzrath: räsonnirt nicht, sondern bezahlt! Der Geistliche: räsoniert nicht, sondern glaubt! (Nur ein einziger Herr in der Welt sagt: räsonniert, so viel ihr wollt, und worüber ihr wollt; aber gehorcht!) Hier ist überall Einschränkung der Freiheit. Welche Einschränkung aber ist der Aufklärung hinderlich? welche nicht, sondern ihr wohl gar beförderlich? - Ich antworte: der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muß jederzeit frei sein, un der allein kann Aufklärung unter Menschen zu stande bringen;

Dieser Blog ist ganz klar in Kants Sinne als “öffentlicher Gebrauch meiner Vernunft” zu verstehen. Ich schreibe hier als Mensch, vielleicht als Frau, als Studentin (der Psychologie) und natürlich auch als politisch interessierte und aktive Person. Aber ich schreibe hier nicht in einer meiner Positionen, ich schreibe weder für eines der Gremien, deren ich angehöre, noch spreche ich für irgendeine Gruppe.

Schluss also mit der Selbstzensur!

Ich freue mich darauf, hier weiter zu schreiben. Die Zeit werde ich mir nehmen.

Und einmal mehr Generalverdacht…

“Zur Behebung der aufgeführten Defizite werden die gesetzlichen Grundlagen für die Errichtung einer eigenständigen zentralen Datei zur Vermeidung von Visumsmissbrauch geschaffen”. Heißt es im Gesetzentwurf zum “Gesetz zur Errichtung einer Visa-Einlader- und Warndatei und zur Änderung anderer Gesetze (Visawarndateierrichtungs-Gesetz)”.

Nach Auskunft des Deutschen Bundesjugendrings sind von dem Gesetz, dass laut Bundesministerium des Inneren Anfang März verabschiedet werden soll, zum Beispiel auch JugendleiterInnen betroffen.

Interessant auch der Absatz zum Datenschutz in der “Information” des BMI:

Der Zugriff auf Daten von Einladern, Verpflichtungsgebern und Bestätigenden ist auf Visumbehörden und Sicherheitsbehörden beschränkt. Sonstige Behörden wie die Bundesagentur für Arbeit oder Sozialbehörden erhalten zur Erfüllung Ihrer Aufgaben nur einen insoweit begrenzten Zugriff auf Daten zu Personen, die aufgrund rechtswidrigen oder strafbaren Verhaltens in der Datei gespeichert wurden.

Dem Gesetzentwurf ist zu entnehmen, dass die Daten für drei Jahre gespeichert werden sollen…

Boring vs. Google: Langeweile in der genormten Gesellschaft

Die Klage der Familie Boring gegen Google “Street View” wurde abgewiesen. Beim Überfliegen der Begründung des Urteils ist mir folgender Absatz besonders aufgestossen:

„Liability attaches only when the intrusion is substantial and would be highly offensive to „the ordinary reasonable person.““ …“must allege facts sufficient to establish that the instrusion could be expected to cause „mental suffering shame, or humilation to a person of ordinary sensibilities.“

…“it is hard to believe that any - other than the most exquisitely sensitive - would suffer shame or humilation.“

Mal wieder ein Fall für eine Gerichtspsychologin statt für eine Juristin! Nicht nur, dass ganz offensichtlich Aussagen über Emotionen wie “Scham und Erniedrigung” gemacht werden…

Hier wird von einer “Norm” von “reasonable” :vernünftig und “sensibility”:Empfindlichkeit ausgegangen. Da wäre doch einmal sehr interessant zu erfahren, wie hier die Vernunft und die Empfindlichkeit definiert würden.Noch viel interessanter dann das “ordinary” - zwischen Leichtsinn und vielleicht Lebensfremdheit; Abgestumpftheit und Paranoia?

googlestreetviewEs stellt sich die Frage, ob eine Nation, die panisch auf Ideen der “Normierung durch den Staat” wie sie z.B. Huxley in “Brave new world” reagiert, ihre Gesetze so formulieren sollte?

Und ich bin mir nicht so sicher, ob das Gericht richtig geht, in der Annahme, dass die Emotionen in der Bevölkerung so flach sind, was dieses Thema angeht. Meine Mitbewohner in den USA waren wenig begeistert über die Tatsache, dass man in Google Street View fast sogar die “bumper sticker” des vor dem Haus geparkten Autos erkennen kann…


Außerdem wage ich auf Grund von Reaktionen von Freunden aus Deutschland auf den ersten Kontakt mit “Street View”, dass wir in Deutschland einen durchaus andere Norm erhalten würden, als in den USA… Wobei dort die Differenzen zwischen Stadtteilen, Städten und ich wage sogar zwischen den Staaten  bestimmt auch signifikant wären. Stellt sich also die Frage… welcher Norm würde für ein solches Urteil herangezogen…


Ihr kennt “Google Street View” noch nicht? Einfach mal unter Googlemaps z.B. in Chicago IL den “Sears Tower” suchen… und dann auf das kleine gelbe Männchen klicken… schon kann man virtuell durch Chicago schlendern…