from Calypso's garden

Posts tagged ‘Freiheit’

Olé, olé, olé, olé… warum die Aufregung?

“Überall wo Geld im Spiel sei, gebe es auch Korruption” so zitiert der Deutschlandfunk den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Ja genau. Und genau deswegen kannn ich mich auch einem, wenn auch etwas aus dem Kontext gerissenen Satz von Zwanziger dazu auch nur anschließen:

“Ich verstehe die ganze Aufregung nicht…”

Nun, ich bin die große Schwester und Partnerin von überzeugten Fußballfans, ich kann die Aufregung schon irgendwie nachvollziehen… Aber um auf den einleitenden Satz zurück zu kommen- wundert uns das wirklich? Gerade im Fußball, der in Deutschland so sehr wie nach meiner Wahrnehmung kein anderer Sport, dem Geld dient. Ein Sport, der das System von kolosseumfussballKonkurrenzdenken, von Leistungsdruck und Gruppenhass, von Oberflächlichkeiten und Komerz, so kultiviert hat wie kein anderer. Ja, in einem solchen “Spiel” gibt es einfach Korruption.

Was uns meiner Meinung nach viel mehr zu denken geben sollte: Warum beschäftigt uns das denn so sehr? Gibt es in der Welt nicht vielleicht relevantere Themen als das? Schon der zweite Tag, an dem es die Startseiten von Spiegel, Zeit etc. ziert. Aber, wir lassen uns ja so gerne von den wichtigen Dingen ablenken… Sind doch eigentlich dankbar, dass uns “Spiele” organisiert werden, die uns vom wesentlichen ablenken. Nun, mag mensch einwenden, wenigstens werden bei unseren “Spielen” keine Gladiatoren mehr geopfert. Mit Verweis auf nicht nur den Suizid des Hannoveraner Torwarts, nein, auf alle, die auf dem Weg zur “Spitze” schon Träume und Leben verlieren: Seid ihr euch sicher?

P.S. Nur ein kleiner Verweis auf mein Abendprogramm von gestern, der mich nicht unwesentlich motiviert hat, endlich wieder, gerade diesen Artikel, der mit seit Tagen in den Fingerspitzen steckt, zu schreiben- schön ehrlich, wenn auch vielleicht für meinen Geschmack nicht immer bissig genug- Hagen Rether.

60 Jahre Krieg. Granaten und Prügel für WEHR.lose

Ihr könnt Kriege und das System der Selbstsucht und Ausbeutung, das Kriege verursacht, beenden. Alles was ihr tun müßt, um diese gewaltige Revolution zu vollbringen, ist, euch aufzurichten und die Arme zu verschränken… Helen Keller

Um die 5000 Menschen hatten sich alleine im Strasbourger Camp eingefunden - um klar zu zeigen:

60 Jahre Krieg mit der Nato sind kein Grund zu feiern!

Und während am Samstag, den 04.04. Merkel und Co. sicherlich noch sanft in ihren Hotelbettchen schlummerten, brachen vom Camp die ersten auf. Brachen auf, um sich im Sinne der Bewegungsfreiheit dorthin zu bewegen, wo sie die “Arme zu verschränken” gedachten.

Offensive Übergriffe auf ein Gruppe Clowns am Freitag und Verfolgungen bis auf das Gelände des Camps hatten schon früh klar gemacht: Direkte Wege in die Stadt würde es kaum geben. Die Hubschrauber kreisten mit Suchscheinwerfern über dem Gelände. Unter dem Psychoterror des Rotorenlärms, im Dunkeln, war selbst der einfache Weg ohne direkte Kontakte eine Herausforderung.

Die Sonne ging langsam auf …

morgennebel

Mit sehr verdroßner Gebärde.
Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft -
Beleuchten die dumme Erde!
Hat sie die eine Seite erhellt,
Und bringt sie mit strahlender Eile
Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon
Sich jene mittlerweile. Heinrich Heine

Spätestens nach dem ersten melancholischen Seufzen war klar: der “andächtige Morgennebel“, durch den die ersten Sonnenstrahlen am Flußbett brechen wollten, verdunkelte uns gleichzeitig als dunkles Omen den Tag.

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Und einmal mehr Generalverdacht…

“Zur Behebung der aufgeführten Defizite werden die gesetzlichen Grundlagen für die Errichtung einer eigenständigen zentralen Datei zur Vermeidung von Visumsmissbrauch geschaffen”. Heißt es im Gesetzentwurf zum “Gesetz zur Errichtung einer Visa-Einlader- und Warndatei und zur Änderung anderer Gesetze (Visawarndateierrichtungs-Gesetz)”.

Nach Auskunft des Deutschen Bundesjugendrings sind von dem Gesetz, dass laut Bundesministerium des Inneren Anfang März verabschiedet werden soll, zum Beispiel auch JugendleiterInnen betroffen.

Interessant auch der Absatz zum Datenschutz in der “Information” des BMI:

Der Zugriff auf Daten von Einladern, Verpflichtungsgebern und Bestätigenden ist auf Visumbehörden und Sicherheitsbehörden beschränkt. Sonstige Behörden wie die Bundesagentur für Arbeit oder Sozialbehörden erhalten zur Erfüllung Ihrer Aufgaben nur einen insoweit begrenzten Zugriff auf Daten zu Personen, die aufgrund rechtswidrigen oder strafbaren Verhaltens in der Datei gespeichert wurden.

Dem Gesetzentwurf ist zu entnehmen, dass die Daten für drei Jahre gespeichert werden sollen…

Boring vs. Google: Langeweile in der genormten Gesellschaft

Die Klage der Familie Boring gegen Google “Street View” wurde abgewiesen. Beim Überfliegen der Begründung des Urteils ist mir folgender Absatz besonders aufgestossen:

„Liability attaches only when the intrusion is substantial and would be highly offensive to „the ordinary reasonable person.““ …“must allege facts sufficient to establish that the instrusion could be expected to cause „mental suffering shame, or humilation to a person of ordinary sensibilities.“

…“it is hard to believe that any - other than the most exquisitely sensitive - would suffer shame or humilation.“

Mal wieder ein Fall für eine Gerichtspsychologin statt für eine Juristin! Nicht nur, dass ganz offensichtlich Aussagen über Emotionen wie “Scham und Erniedrigung” gemacht werden…

Hier wird von einer “Norm” von “reasonable” :vernünftig und “sensibility”:Empfindlichkeit ausgegangen. Da wäre doch einmal sehr interessant zu erfahren, wie hier die Vernunft und die Empfindlichkeit definiert würden.Noch viel interessanter dann das “ordinary” - zwischen Leichtsinn und vielleicht Lebensfremdheit; Abgestumpftheit und Paranoia?

googlestreetviewEs stellt sich die Frage, ob eine Nation, die panisch auf Ideen der “Normierung durch den Staat” wie sie z.B. Huxley in “Brave new world” reagiert, ihre Gesetze so formulieren sollte?

Und ich bin mir nicht so sicher, ob das Gericht richtig geht, in der Annahme, dass die Emotionen in der Bevölkerung so flach sind, was dieses Thema angeht. Meine Mitbewohner in den USA waren wenig begeistert über die Tatsache, dass man in Google Street View fast sogar die “bumper sticker” des vor dem Haus geparkten Autos erkennen kann…


Außerdem wage ich auf Grund von Reaktionen von Freunden aus Deutschland auf den ersten Kontakt mit “Street View”, dass wir in Deutschland einen durchaus andere Norm erhalten würden, als in den USA… Wobei dort die Differenzen zwischen Stadtteilen, Städten und ich wage sogar zwischen den Staaten  bestimmt auch signifikant wären. Stellt sich also die Frage… welcher Norm würde für ein solches Urteil herangezogen…


Ihr kennt “Google Street View” noch nicht? Einfach mal unter Googlemaps z.B. in Chicago IL den “Sears Tower” suchen… und dann auf das kleine gelbe Männchen klicken… schon kann man virtuell durch Chicago schlendern…

Um - ziehen

teijl01

Update 1: 14. Feb ‘09; So, nicht nur ausgeschlafen, sondern auch mal angefragt, bei der Geschäftszentrale und auch eine prompte und etwas, sagen wir, überraschte Antwort erhalten.  Mit einigen Fragen… wie: “Sind sie sich sicher, dass diese Hinweise in der Kabine hängen?” ähmm… die ich nun freundlich beantworten werde… mal schauen wie das so weiter geht :)

8. Feb. ‘09 05:00; Ähmmmm… genau. Beim Versuch mit meiner Schwester was zum unter mein tolles neues “What Power? The Power of Voodoo.” - Top zu finden, ist mir dann das in der Umkleidekabiene aufgefallen. Ähmmmm… Videoüberwachung IN der Kabine? Ich bin zwar nicht prüde aber… ähmmmm?! Naja, ich schlaf jetzt erstmal drüber, dann pimp ich euch vielleicht sogar noch die Qualität des Handy-Cam Bildes ;)

Demokratie in der Praxis: Verfassungswidrig! Gabriel sehr deutlich…

Heute Morgen war es an mir, (nachdem Maik das ja vor ein paar Wochen vorgemacht hat) , vom Deutschlandfunk veranlasst, meinen Kaffee zurück in die Tasse zu spucken… Aber ich war eher positiv überrascht, nicht von den Inhalten, aber von den doch sehr klaren Worten die der Umweltminister zur Lage der Demokratie in Deutschland fand.

“Im Grunde erleben wir hier gerade einen Missbrauch der Verfassung, denn normalerweise läuft das so:

Es gibt einen Gesetzentwurf, der wird ressortabgestimmt, dann kommt er ins Kabinett, dann in den Bundestag und in den Bundesrat. Und all das, was der Bundesrat oder was der Deutsche Bundestag, die Fraktionen dann nicht richtig finden, verändern wollen, das müssen sie dann im Verfahren machen.

Hier trauen sich die CDU/CSU-Minister im Kabinett nicht, einen Gesetzentwurf im Kabinett zu verabschieden, von dem sie selber überzeugt sind, aus Angst, dass sie in der Fraktion, im Bundesrat Ärger kriegen. Das ist wirklich zum Piepen, was da stattfindet.

Man muss sich nicht wundern, wenn in Deutschland keiner mehr die Demokratie und die Verfassung ernst nimmt, wenn die Kabinettsmitglieder, der Bundestag und der Bundesrat die Verfassung nicht mehr ernst nehmen.

Ein Phänomen, das mir sogar schon auf dem “Mikrolevel” Studierendenverband in letzter Zeit immer wieder aufgestoßen ist: eine Beteiligung an “demokratischen Gremien” ohne auch nur eine Spur von Demokratieverständnis…

Wenn die einzelnen Vertreter, statt der Positionen, von denen sie überzeugt, für die sie ja oft auch gewählt sind, erst einmal das “machbare” “ausklüngeln”. Wenn das Postitionspapier noch einmal umformuliert wird, nur damit es auch durch die Abstimmung kommt…

Dass ein System, in dem das passieren kann, einfach nicht funktionieren kann… Denn auch wenn ich den Personen in betroffenen Positionen durchaus eine Mitverantwortung zuspreche… so müssten doch Strukturen geschaffen werden, die dieser, lasst es mich positiv formulieren, menschlichen “Schwäche” entgegenwirken, oder?

P.S.: Frankfurter Rundschau titelt: “Gabriel wirft Union Verfassungsbruch vor”. Der Titel bei der Süddeutschen zu dem Thema: “Seehofer: Gabriel hat als Umweltminister versagt”.

P.P.S. Bernd das Brot ist wieder frei…

Dieser Post wurde ursprünglich für meine ersten Blog-Erfahrungen erstellt.

“…defend the Constitution…” - kein blindes Vertrauen in die Realdemokratie!

“I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.”

Gerade eben habe ich “live” zugehört, wie Barack Obama als 44. Präsident der USA vereidigt wurde. Doch eigentlich warten alle gespannt auf die Antrittsrede - alleine, so schätzt der Deutschlandfunk, 2 Millionen Menschen vor Ort.

wareagelWie er von Freiheit und Verantwortung spricht… Alleine schon, dass er schwört, die “Constitution” zu beschützen - in der doch ganz deutlich “the freedom of speach” festgelegt wird… Das erinnert mich an seinen Auftritt vor einem halben Jahr in Berlin.

Dort stand er, vor einer Masse jubelnder Menschen. Und während er von Werten wie Demokratie und Meinungsfreiheit sprach - wurde von den Security der einzige, der es gewagt hatte, sein Recht auf Meinungsfreiheit auch wahrzunehmen, abtransportiert.

Ein Mensch, der schon vor Obamas Auftritt die ganze Zeit friedlich ein Plakat mit dem Schriftzug “Obama: Stop death penalty” hoch gehalten hatte.

Schon diese bittere Ironie war durch und durch widerlich- doch nicht annähernd so anstrengend wie die Reaktionen der Menschen um uns herum- “Gut, dass der weg ist, jetzt kann ich Obama besser sehen”… “Ich glaube nicht, dass das gerade so passiert ist- in Deutschland haben wir doch Meinungsfreiheit” ….

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“Ich verstehe nicht, warum ich Lust habe, diesen Sumpf zu betreten.” … Elf Minuten von Paulo Coelho

“Da lernte Maria, dass gewisse Dinge nicht nachholbar, sondern auf ewig verloren sein können.”

Ich hatte die halbe Nacht wach gelegen. Den Mann neben mir beobachtend, der in einer Art liebevollen Vertrauen neben mir eingeschlafen war. Nachdem er mir erzählt hatte, dass er von dem ersten Moment unseres Zusammentreffens an von diesem Abend geträumt hatte und noch einmal geseufzt hatte: “You are so beautiful”…

rosered1Als ich es nicht mehr aushielt ihn so zu sehen, war ich aus seinem Zimmer geschlichen. Ich fühlte mich überhaupt nicht beautiful - er wußte nicht, dass ich in einer anderen Welt noch offiziell einem anderen “gehörte”. Und dass inoffiziell mein Herz noch mit anderen Lieben tanzte, die ich erst einige Wochen zuvor verabschiedet hatte.

In dieser Gemütsstimmung trat dieser Satz in mein Leben - und schon wenige Tage später stand eben dieser Mann mit einem Paket in der Hand vor mir. “Someone is sending you a present…” Und ich verzog mich und las noch am selben Tag “Elf Minuten”. Durch.

Und durchlebte mit der Protagonistin die Suche nach Liebe über gewaltvolle Leidenschaft, unkontrollierte Lust, professionelle Triebbefriedigung und zärtliche Berührungen.

“Mein ganzes Leben habe ich unter Liebe eine Art selbstgewählter Sklaverei verstanden. Ich habe mich getäuscht. Freiheit gibt es nur dort, wo Liebe ist. Wer sich vollkommen hingibt, wer sich frei fühlt, liebt am meisten. Und wer am meisten liebt, der fühlt sich frei.”Continue reading ‘“Ich verstehe nicht, warum ich Lust habe, diesen Sumpf zu betreten.” … Elf Minuten von Paulo Coelho’ »

Die Verstörung - die moderne Einsamkeit

“Mit 25 ist jeder Mann aufregend” ?!

Falk Richters kaleidoskopartige Montage von komischen Minipsychodramen und alptraumhaften Bildern, zeigt die Frauen und Männern des Großstadtdschungels in der Krise: die ersten Ehen und Karrieren sind gescheitert, sie lieben und hassen sich, versöhnen und verlassen sich. Alle Verträge sind aufgekündigt, jeder ist nur noch für sich selbst verantwortlich und kämpft für sich allein, … , das ist die neue Freiheit.

Das erste Mal in meinem Leben, dass mir ein Theaterstück (bei dem ich nicht auf der Bühne stand…) Tränen in die Augen getrieben hat. Eine wirklich eiskalte Inszenierung, in der mir alle Charaktere so furchtbar bekannt vorkamen…

Die Rollen fast schon wie “Ideen” meiner persönlichen Alpträume:

Liebe, die sich nur über Besitzansprüche und Selbstaufgabe ausdrücken kann.

Freiheitsstreben, das in Verantwortungslosigkeit und einer Flucht in Drogen und andere Realitäten endet.

Sehnsucht, die sich statt mit der Suche nach dem eigenen Weg, mit der nach anderen Personen beschäftigt…

und Ideale, die vom Realitätsverlust verdrängt, von Resignation und Frustration in Luftschlößer gesperrt werden.

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Der Schaubühne ist ein beängstigendes Stück gelungen, in dem das Stück im Stück meine Wahrnehmung zudem immer wieder so herausgefordert hat, dass ich mich nicht dagegen wehren konnte, es in mein “Stück” hineinzudenken und die Einsamkeit, den Wahnsinn und die Ignoranz überall um mich herum wahr zu nehmen.

Postiv formuliert mein Fazit: An Idealen festhalten und trotzdem den Realtiätsbezug nicht verliern. Eine selbstständige Definition des eigenen Lebens, die trotzdem voll Liebe bleibt. Und Liebe ? aus Respekt und Verständnis nicht zur Selbstbestätigung.

Und: die Schaubühne scheint ein tolles Theater zu sein… wenn in nächster Zeit mal jemand Lust hat hin zu gehen, sagt Bescheid, ich bin dabei.

Dieser Post wurde ursprünglich für meine ersten Blog-Erfahrungen erstellt.

Auge um Auge? Auszug aus dem Adventskalender

dezemberiv17 Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.Matthäus 5,38-39

Ein einfaches “Wie du mir so ich dir” scheint uns ja schon auf den ersten Blick als nicht vertretbar. Was im “Privatleben” schon nicht einfach ist, wie geht denn die Gesellschaft mit einem Streich auf die Backe um?

Strafe: Wie legitimiert sich der Zwang, den unser Staat ausübt?

Darüber haben wir uns als angehende Pädagogische Psychologinnen im Anschluss an die von Mr.Koch im Rahmen des letzten Wahlkampfes angestoßene Debatte um härtere Strafen Gedanken gemacht.

Ist es nur unsere Verantwortung als Bürger dieses Staates, uns an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen? Schlicht und einfach Empörung über die Dreistigkeit eines Politikers wichtige pädagogische Fragen im Wahlkampf zu instrumentalisieren? Warum mischen wir, als (angehende) pädagogische Psychologen, Pädagogen und Philosophen uns in die Diskussion über härtere Strafen ein?

Wir werden argumentieren, dass das die falsche Fragestellung ist. Es müsste heißen: Warum wird nicht jedesmal, wenn eine Jugendstrafe verhängt wird, eine pädagogische Psychologin zu Rate gezogen? Wie rechtfertigt der Staat „pädagogische” Maßnahmen, ohne fachliche Kompetenz zur Rate zu ziehen?
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