from Calypso's garden

Posts tagged ‘Studierende’

www.bolognaumfrage.de - 12767 Studierende befragt

unzufrieden_bologna031,5 Jahre Arbeit stecken in dem Projekt, dessen erste Auswertungen wir jetzt endlich vorstellen können.

In einer breiten Onlinebefragung haben wir Daten zur Umsetzung des Bologna-Prozesses und zu Lebensbereichen der Studierenden gesammelt. Und finden nun verwendbare quantitative Aussagen über viele Dinge, die schon lange spürbar sind.

Bachelor-Studierende stehen unter höherem Zeitdruck als andere Studierende, die Studierenden in den neuen Studiengängen sind unzufriedener mit ihrem Studium, sie sind seltener engagiert…

Interesse an den Ergebnissen? Dann könnt ihr einen Blick auf den kurzen Überblick, oder auch auf die ausführlichen Ergebnisse werfen.

Wer lieber durch Webseiten browst denn durch .pdf zu blättern kann sich natürlich auch einfach auf www.bolognaumfrage.de umschauen.

Anne Will will … Bildungsstreik bei Anne Will?

Wa(h)re Bildung- Hast du was wirst du was, titelte Anne Will am Sonntag den 29.11.09. Ich möchte mich hier aber weder über die Gesprächsführung, noch über die Unfähigkeit aller Anwesenden gegen Frau Schavan zu bestehen, die gewohnt oberflächlich und verantwortungslos argumentierte, ärgern. Einen netten Kommentar dazu findet ihr beim Spiegel oder, für Menschen mit richtig guten Nerven die ganze Sendung. Mich ärgert heute an ganz anderer Aspekt:

Warum sitzt dort wer dort sitzt? Weil Anne Will will…

Und ich könnte tatsächlich schreien. Seit über einem Jahr arbeiten jetzt bundesweit SchülerInnen, Auszubildende, Studierende und jede Menge sich solidarisierender Menschen und Gruppen zusammen, um die aktuellen Proteste zu koordinieren. Nicht nur um Kraft und Ideen an die tollen Initativen vor Ort weiterzugeben, um erfolgreiche Mobilisationsstrategien zu verbreiten und bundesweite Forderungen zu erarbeiten. Im “Bundesweiten Bildungsstreik” schafft es eine ziemlich heterogene Gruppe, trotzdem meist im Konsens, mehr oder weniger konstruktiv, aber immerhin jetzt schon ziemlich andauernd, gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Das ist es, was in meinen Augen den Protest ausmacht-in Solidarität und Abstimmung mit internationalen Protesten (z.B. in Österreich), ist zum einen die angesprochenen Heterogenität, damit einhergehend die Vielfalt und Kreativität der Aktionen - und auch die Tatsache, dass wir es geschafft haben, als aktive Masse aufzutreten, ohne “Verantwortliche” zu benennen- was auch die Realität am besten wiederspiegelt…

Nun, das passt den MachtinhaberInnen überhaupt nicht. Die AmtsinhaberInnen können keine Feindbilder generieren und den Medien fehlt das selbige zur Meinungsmache…

Die Geschichte? Zuerst der wichtige Hinweis darauf: dies ist meine Geschichte, meine Wahrnehmung der Vorgänge, es existieren hier viele verschiedene Perspektiven! Die Pressegruppe des Bildungsstreiks wird um eineN VertreterIn bei Anne Will gebeten, mit dem Hinweis, dass die Programmverantwortlichen schon jemanden im Sinn hätten. Ben Stotz, Vorstandsmitglied bei Die Linke.SDS. Obwohl sich das Presseteam mit dieser Wahl nicht glücklich erklärt und andere Vorschläge macht, werden diese nicht berücksichtigt. Alle Forderungen nach einem quotierten Auftreten, nach der Beteiligung einer SchülerIn werden abgewiesen. Das ganze führt soweit, dass sogar die weibliche Vertreterin, welche als Reaktion auf harsche Kritik an Bens Auftritt im letzten Moment gebeten wird ihn “abzulösen” von den Security bei Anne Will noch nicht einmal ins Gebäude gelassen wird.

Warum mich das so sehr aufregt? Ben hat zwar keine besonders gute Figur gemacht, aber er hat die Aktiven im Bildungsstreik nicht blamiert. Wir müssen so eine tolle Plattform doch auch nutzen… da müssen eben Kompromisse gemacht werden… und wenn die eben eine bestimmte Person wollen…  NEIN!

plakat-wintertopWir sind eine heterogene Gruppe, die, so wurde das abgesprochen, in der Öffentlichkeit auch als solche wahrgenommen werden muss. Niemand sollte zu viele Pressetermine übernehmen. Wir kämpfen auch für ein emanzipatorisches Bildungssystem, was auch alte Herrschaftsstrukturen wie die Dominanz bestimmter Geschlechter überwinden muss. Und: wir sind keine Plattform für Parteinachwuchs- auch wenn ich mich freue, wenn auch Partei(nachwuchs) im Bildungsstreik aktiv ist - es ist mir dabei auch völlig egal zu welcher Partei sich diese Person zuordnet, denn darüber findet sich sicherlich kein Konsens, alleine schon weil auch Menschen mit aktiv sind, die das Parteisystem ablehnen und genauso, weil wir es niemanden zu einfach machen sollten, uns als homogene Gruppe darzustellen, um zu erlauben, dass “ein Feindbild” aufgebaut wird. Was mich dabei wahnsinnig macht ist die grenzenlose Scheinheiligkeit. Wir haben diese Diskussionen bei bundesweiten Treffen ausführlich geführt, auch mit Ben, der sich auch bis jetzt noch nicht zu der Kritik an seinem jetzigen Auftritt geäußert hat. Bei vorherigen “Vorfällen” die ihn teilweise als Sprecher des Bilungsstreik darstellten, bestand er darauf, dass der nie ähnliches geäußert habe, dass “die Presse” ihm diese Rolle angedichtet habe.

Wenn ihm solches wirklich leid tut- wie kann es dann passieren, dass er trotz dem Bewusstsein, dass es noch andere Interessierte an dem “Auftritt” bei Anne Will gab, diese Rolle schon wieder annimmt? Nun, natürlich ist das eine rhetorische Frage, die Versuchung die eigene Macht auszuüben ist groß, der Kampf gegen das vermeintliche Verantwortungsbewußtsein ist kein leichter. Doch sollte eine Person, die diese so schlecht unter Kontrolle hat, die sich ja offensichtlich doch für besser geeignet hält als andere, um Konsenspositionen zu vertreten - im vollen Bewusstsein damit genau diese damit zu gefährden- sollte eine solche Person gerade für vermeintlich “Linke” Ziele kandidieren?

Das klingt sehr harsch, ich weiß, mensch könnte einwenden, dass die Kräfte die an in der Öffentlichkeit Aktiven zerren zu stark sind, um zu widerstehen- doch dafür brauchen wir andere, die uns an die Folgen unseres Handeln erinnern und ehrlich kritisieren.

Ben, du hattest diese Unterstützung im Bildungsstreik und ich verstehe nicht, warum du dich gegen die Kritik so verschlossen hast. Ja, vielleicht fanden einige deinen Auftritt gut. Vielleicht bringt dir das einige Stimmen, wo auch immer du sie beim nächsten Mal zu brauchen denkst. Selbst wenn du deine Parteirolle nicht in den Fordergrund gestellt hast- dafür bekommst du von mir kein Danke, dass ist das Mindeste. Mit den Mitteln, die du wählst, verrätst du die Sache. Sie wenden sich gegen die Ziele, die du offiziell formulierst. Schade.


Flexibilität und vererbtes “Wissen” statt (Sozial)darwinismus!

darwin_apeIn einem spontenen Gedankenschlag entwickelten einige Teilnehmer in einem meiner Seminare in erschreckender Ernsthaftigkeit den Sozialdarwinismus neu. Ich möchte hier nicht die bekannten Gegenargumente wiederholen. Alleine die Lektüre von Darwins eigenen Werken, die hier fast vollständig verfügbar sind, sollten einige liefern. Wem das zuviel ist, der findet auch einen ganz guten kurzen Abriss unter Wikipedia.

Worauf ich hier eingehen möchte sind relativ neue Ergebnisse aus der Epigenetik. Sie legen nahe, dass besonders Frauen ein Interesse an, klingt sehr groß das Wort, Frieden, haben sollten. Und ich meine nicht nur innerhalb unserer “Sippe” nein, ich meine ein Interesse an Frieden, der ein allgemeines angenehmes Zusammenleben ermöglicht.

Das haben wir ja schon immer gewußt? Nun, hier sind biologische Argumente dafür.

Diese relativ neuen Erkenntnisse legen nahe, dass unsere Umwelt und unsere Erfahrungen beeinflussen, welcher Teil unserer Gene abgelesen wird. So können z.B. die Erfahrungen mit Stress steueren, welche Reaktion wir darauf äußern.

Zudem können diese gelernten Reaktionen an die nächste Generation vererbt werden!

Wie funktioniert das und welche Belege gibt es?

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ecco! - Bücherflohmarkt

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Kürzlich in Hildesheim: Nicht nur eine meiner Lieblingsveranstaltungen. Zudem ein tolle Konzept: Nacht. Clubräume. Stapelweise gespendete Bücher. Und der Erlös ging unter anderem an den Notfonds für Ausländische Studiernde.

Einfach zu organisieren: Eine Location, ein Aufruf, Bücher zu spenden und ein paar freiwillige die Bücher tragen… Letztes Jahr gab es sogar Live-Musik. Noch steht das Plus nicht fest, aber die Kassen waren zum bersten voll.

Das Publikum war so gemischt wie selten, von Rentnern bis Schülern war alles vertreten. Ein riesiges Danke an die Organisatoren ecco! - Vertreter von den Hildesheimer ASten und dem Studentenwerk.

“Für ein gerechtes Bildungssystem”: Hannover

demoplakat240108Es bleibt dabei… die Bildung ist frei! Frei von Mitbestimmung, frei von Chancengleichheit und Gerechtigkeit…

Eine… nun, anstrengende Demo für die Bildung.

Positiv die vielen Schüler. Ich bin gespannt auf die “symbolische Zeugnisverbrennung” - die Bewegung der Schülerstreiks im November scheint nicht ganz abgeflaut.

Drei Stunden unterwegs. Die Reden zur Abwechslung einmal sehr kurz - für meinen Geschmack fast ein bisschen wenig Inhalt.demovw Und das bei schlechtem Wetter- wenn auch nicht so kalt wie befürchtet. Dafür, vor allem in der Prüfungs- phase, gar nicht so wenig los.

Der beste Slogan meiner Meinung nach: “Früher umsonst studiert, heute dick abkassiert” - (Wer kennt sie nicht die Verantwortlichen, die offen dazu stehen, dass sie zu Zeiten von Studiengebühren nicht hätten studieren können… Einer von denen und sein verlogener Auftritt auf einer Podiumsdiskussion ist Schuld an meinem Engagement…)

Leider, obwohl ich doch einige mir seid Jahren bekannte Gesichter im Orga Team entdeckt habe, habe ich mich etwas geärgert.

Statt gemeinsame Botschaften oder ähnliches über die Lautsprecher weiter zu geben:

demowulfschafHirnloseste Popmusik. Nein, ich war nicht da, um für mein “Right To Party!” zu kämpfen…

NEIN VERDAMMT. Sowas darf doch einfach nicht passieren, BITTE!

Nunja, ich freue ich mit kreativen Beiträgen wie dem “Wulff im Schafspelz” erstmal auf die “Bildungsmärchenaktion” des AStA Hildesheim Ende April und in der letzten Mai Woche die großen Bildungschancenaktionen.

Auch wenn natürlich weiter gilt: “Wir sind hier. Wir sind heiser. Trozdem werden wir nicht leiser” (Ja, wir hatten trotz allem auch noch Spass ;) ) Ich bin, nach zwei Wochen Grippe und drei Stunden Kälte jetzt tatsächlich mal leise…

Ist ja auch irgendwie ein Samstag Abend *g*…

Dieser Post wurde ursprünglich für meine ersten Blog-Erfahrungen erstellt.

Ein unmündiges Prestige-Gremium endlich gescheitert?

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Heute trat eine schon lange brodelnde Diskussion über Sinn und Unsinn der Studienbeitrags- kommission, die an der Universität einen Teil der Studienbeiträge verteilt, endlich an die Öffentlichkeit. In Form eines äußerst fairen Artikels in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung .

Unter den Studierenden hatten die wiederholten Versuche des Präsidiums verschiedene Lehraufträge durch Studienbeiträge zu finanzieren in letzter Zeit immer wieder zu Verärgerung geführt.

Durch das Angebot von zusätzlichen Tutorien oder wissentlich umdeklarierten aber inhaltlich gleichen Veranstaltungen sollte die Einbeziehung des “zusätzlichen” Angebots in die Kapazitätsrechnung umgangen werden.

Dass Studierende mehr Lehrende fordern ist klar, denn trotz dieser unsauberen Hilfslösungen sind die meisten Seminare and der Universität Hildeseheim weiterhin heillos überfüllt. Nicht zuletzt, da in den letzten Jahren immer wieder mehr Studierende zugelassen wurden, als über die Kapazitätsberechnung erlaubt gewesen wäre… Continue reading ‘Ein unmündiges Prestige-Gremium endlich gescheitert?’ »

Wer backt mir ‘nen Kuchen? Ich prophezeie “Storming”

Forming: Kennenlernen, Möglichkeiten und Ziele abwägen

Storming: Wer ist das Alphatier? “A stage of psychodramatic acting-out and localization of conflicts in the group” (Schindler 1958 )

Norming: Anpassung und Gefahr des Gruppendenkens

Performing: Die Gruppe kann sich auf die Problemlösung konzentrieren…

…so sollte eine Zusammenarbeit in einer Gruppe laufen. Sagt die Theorie. Oder besser eine Theorie. Die Theorie, die Bruce W. Tuckmann in seinem Artikel “Developmental Sequence in Small Groups” aufstellt.

Ob die Gruppe aus dem Storming und damit aus dem “psychodramatic acting-out” raus kommt, hängt unter anderm an der Reife der Gruppenmitglieder… Leider sagt mir meine Erfahrung in studentischen Gremien: Es würde schon fast an ein Wunder grenzen, wenn wir es heute tatsächlich schaffen, beim Performing anzukommen…

Wenn also irgendjemand Zeit hätte mir ‘nen Kuchen für heute zu backen… chomskypiemehr von Chomsky und Predicate hier… (Thx Thomas!)



Dieser Post wurde ursprünglich für 6626js.wordpress.com erstellt.

Aus dem Adventskalender: 18.12. Prioritäten

dezemberiv18So baut nun Städte für eure Kinder und Hürden für euer Vieh und tut, was ihr gesagt habt. 4.Mose 32, 24 Luther

“Damit wollen wir ein Signal für die Bedeutung der Bildung in unserer Stadt setzen” so wird der Hildesheimer Oberbürgermeister Kurt Machens zitiert. Im Satz davor wird mitgeteilt: Jugendhäuser sollen geschlossen werden, die Gebühren für Kindertagesstätten erhöht und Sportvereine in Zukunft Nutzungsgebühren für die Sportstätten zahlen…

Das nenne ich ein eindeutiges Signal für die Bedeutung der Bildung! Continue reading ‘Aus dem Adventskalender: 18.12. Prioritäten’ »

Auge um Auge? Auszug aus dem Adventskalender

dezemberiv17 Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.Matthäus 5,38-39

Ein einfaches “Wie du mir so ich dir” scheint uns ja schon auf den ersten Blick als nicht vertretbar. Was im “Privatleben” schon nicht einfach ist, wie geht denn die Gesellschaft mit einem Streich auf die Backe um?

Strafe: Wie legitimiert sich der Zwang, den unser Staat ausübt?

Darüber haben wir uns als angehende Pädagogische Psychologinnen im Anschluss an die von Mr.Koch im Rahmen des letzten Wahlkampfes angestoßene Debatte um härtere Strafen Gedanken gemacht.

Ist es nur unsere Verantwortung als Bürger dieses Staates, uns an der öffentlichen Diskussion zu beteiligen? Schlicht und einfach Empörung über die Dreistigkeit eines Politikers wichtige pädagogische Fragen im Wahlkampf zu instrumentalisieren? Warum mischen wir, als (angehende) pädagogische Psychologen, Pädagogen und Philosophen uns in die Diskussion über härtere Strafen ein?

Wir werden argumentieren, dass das die falsche Fragestellung ist. Es müsste heißen: Warum wird nicht jedesmal, wenn eine Jugendstrafe verhängt wird, eine pädagogische Psychologin zu Rate gezogen? Wie rechtfertigt der Staat „pädagogische” Maßnahmen, ohne fachliche Kompetenz zur Rate zu ziehen?
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